Studienzentrum Weikersheim, Schönbohm und die CDU

Nachfolgender Artikel wurde uns die Tage zugesendet. Mal wieder ein klares Zeichen wo die CDU steht, insbesondere Brandenburgs Innenminister Schönbohm. Studienzentrum Weikersheim muss dicht gemacht werden!!!

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„Denken ohne Schere im Kopf“

SZW-Kongress: Innenminister Jörg Schönbohm über ,,Neger'‘ und ,,flügellahme CDU'‘

,,Es gibt keine rechten Flügel in der CDU mehr'‘, bedauert Brandenburgs Innenminister Jörg Schönbohm beim 30. Jahreskongress des Studienzentrum Weikersheim (SZW). Die Union sei flügellahm.

Weikersheim. Rund 100 Köpfe zählte die Eröffnungsveranstaltung des zweitägigen SZW-Jahreskongresses. Das SZW sieht sich selbst als christlich-konservative Denkfabrik. Kritikern gilt das von Hans Filbinger 1979 gegründete Institut als Netzwerk der Neuen Rechten.

Die Kongresseröffnung durch SZW-Vizepräsident und Innenminister Jörg Schönbohm hatte durchaus den Charakter eines Polit-Kabaretts. Vollmundig und doppeldeutig begrüßte CDU-Lokalpolitiker Helmut Schwarz die Teilnehmer ,,im Namen aller Weikersheimer, die hinter dem Studienzentrum stehen.'‘

Der scheidende SZW-Präsident Bernhard Friedmann (Nachfolger ist der Unternehmensberater Bernhard von Diemer) konkretisierte das Kongressthema ,,Gegen die Meinungsdiktatur der Political Correctness'‘. Es gehe ,,um die Frage: Was darf man hier noch sagen?'‘ – das SZW und seine Vordenker sehen sich am Polit-Pranger, von einer ,,neuen Hexenverfolgung'‘ war in den Publikumsreihen die Rede.

Jörg Schönbohm, General a.D. und seit 1999 Innenminister von Brandenburg zog – unter Bravo-Rufen und Szenenapplaus – fast eine Stunde kräftig vom Leder und breitete am zahlreichen ,,Beispielen'‘ aus, worum es ihm geht. Am Begiff ,,Neger'‘ lasse sich das exemplarisch zeigen. Das abwertende ,,Neger'‘ oder ,,Nigger'‘ sei in den USA zunächst dem Begriff ,,coloured people'‘ (Farbige), dann den ,,black people'‘ (Schwarze) gewichen. Heute werde die Bezeichnung ,,persons of african race'‘ favorisiert. Dies habe aber, meint Schönbohm, nicht zu einer gesellschaftlichen Besserstellung der Schwarzen geführt, sondern nur zu einem ,,hohen Maß an Verwirrung und Unsicherheit in der Bevölkerung'‘. Man schmunzelt im Publikum, als Schönbohm den albernen Lübke-Rede-Auftakt zitiert: ,,Meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Neger'‘. Nur um es vorweg zu nehmen: SZW-Präsident Friedmann nannte Schönbohms Beitrag am Schluss eine ,,brillante Rede'‘, die er seinem Amtsnachfolger zum Abdruck im SZW-Organ ,,Weikersheimer Blätter'‘ empfahl.

Neben solchen Verunglimpfungen durch die Hintertür (- denn soll der verunsicherte Bürger wieder zum Begriff ,,Neger'‘ zurückkehren? Nein – das will Schönbohm dann auch wieder nicht, aber wir haben halt mal öffentlich drüber nachgedacht, d. Red.) nahm Schönbohm vor allem seine CDU ins Gebet.

Es ,,müsste die CDU sein'‘, die sich gegen ,,solche Erscheinungen'‘ vielfältiger Sprach-Verwirrung (Bsp. etwa die Wortkonstruktion ,,MitgliederInnen'‘) und soziokultureller Fehlentwicklungen (Bsp. Berlin: ,,Wenn wir dort unsere Weihnachtslieder singen, spielen die ihre Bongos'‘ – gemeint waren die dort lebenden ,,Neger'‘, d. Red.) wehrt.

Doch die Union samt ,,Frau Merkel'‘ sei quasi eine lahme Ente, vor allem am rechten Flügel. Er habe den ,,Eindruck, dass sich das christliche Abendland seiner christlichen Wurzeln schämt'‘, so Schönbohm und verteufelt den ,,Amoklauf der Politischen Korrektheit'‘. Man (damit meint er u.a. sich selbst) müsse doch ,,ohne Schere im Kopf'‘ denken, reden, schreiben können. Das er das – wie viele andere SZW-Ideologen – gerne in der Wochenzeitung ,,Junge Freiheit'‘ tut, daraus macht er keinen Hehl. Politologen ordnen das Blatt mehrheitlich als Sprachrohr der ,,Neuen Rechten'‘ mit einer Scharnier- oder Brückenkopf-Funktion zwischen Konservatismus und Rechtsextremismus ein.

Wo es eine Partei ,,Die Linke'‘ gebe, da müsse es ,,demokratietheoretisch'‘ auch eine ,,Rechte'‘ geben, phantasiert Schönbohm am Ende. Es gebe ,,vielleicht eine nicht geringe Anzahl von Mitbürgern'‘ die dies wünschten ,,ohne es offen auszusprechen.'‘

Fazit: Studienzentrum wie es leibt und lebt. Nur mit – im Vergleich zu früher – weniger Kongressteilnehmern und nicht mehr im hohen Rittersaal. Man tagt im kleinen Säulensaal einen Stock tiefer.

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(c) SWP/Tauber Zeitung




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